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In Memorial Christa

Ich bin in das Zimmer nebenan gegangen. Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.

Gibt mir den Namen, den ihr mir gegeben habt. Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.

Gebraucht nie eine andere Redeweise, seid nicht feierlich oder traurig,

Christa

lacht weiter über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.

Betet, lacht, denkt an mich.

Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein, nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?

Ich bin nicht weit weg. Ich bin nur auf der anderen Seite der Straße,


Am 12.03.2005 verstarb unser Gründungsmitglied Christa Meurer nach schwerer Krankheit. Christa hatte in ihrer ruhigen und besonnenen Art immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Bedürfnisse unserer Angehörigen und Betroffenen.

Über 25 Jahre hinweg war sie im Freundeskreis tätig, zuletzt im Vorstand als Schriftführerin. In der Gruppenarbeit leitete sie die Angehörigengruppe bis zu ihrem freiwilligen Ausscheiden im Jahr 2003.

Christa hat viele Angehörige unterstützt, auf deren Weg uns Suchtkranke in die Abstinenz zu begleiten. Immer war sie ansprechbar. Über 25 Jahre hinweg war ihr kein Weg zu weit, keine Stunde zu viel, kein Alkoholiker zu nass, keine Erfolgsaussicht zu klein, kein Aufwand zu hoch, und vor allem ... kein Mensch zu wenig wert!

Wir werden Christa sehr vermissen!

Lesen Sie die Rede, die Ingrid Schütz in der Kirche beim Trauergottesdienst gehalten hat:
 

Der Tod eines geliebten Menschen ist das Zurückgeben
einer Kostbarkeit, die uns Gott geliehen hat
.

Christa, Du warst mir und vielen Menschen, die heute hier sind eine gute, treue zuverlässige und liebe Freundin. Freundschaft ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist etwas sehr kostbares.

Wer Dich zur Freundin hatte, der konnte sicher sein, dass er nie alleine war. Ob er Trost brauchte, Zuwendung, Begleitung oder ein „offenes Ohr“, Du warst da, Du hast Dir die Zeit dafür genommen – und Zeit ist etwas sehr kostbares.

Manchmal hast Du wie über Radar gespürt, wenn es jemandem nicht gut ging. Da hat dann plötzlich das Telefon geklingelt und es kam ein „wie geht´s Dir denn“? Du konntest Dich einfühlen und warst mitfühlend – und das ist etwas sehr kostbares.

Wie oft hast Du durch scheinbar kleine und fast unauffällige Gesten und taten mit schier unendlicher Geduld anderen Menschen auf den richtigen Weg geholfen. Du selbst wolltest nie im Mittelpunkt stehen, Du warst bescheiden und geduldig - und das ist etwas sehr kostbares.

Wer aber nun geglaubt hat, dass er bei Dir nur Schmuseeinheiten bekommt, der hatte sich geirrt. Denn Du hast auch offen gesagt was Du gedacht hast, wenn Du anderer Meinung warst. Du warst ehrlich – und Ehrlichkeit ist etwas sehr kostbares.

Natürlich gab es nicht immer nur ernste Situationen. Wir hatten auch so viel Spaß miteinander. Christa, weist Du noch, in Nürnberg, als Du Deine Schuhe daheim vergessen hattest? Wir haben so oft zusammen herzlich gelacht – und auch das ist etwas sehr kostbares.

Ja, der Tod bedeutet wirklich die Rückgabe einer geliehenen Kostbarkeit. Wir hätten Dich so gerne noch behalten, aber heute müssen wir Dich nun zurückgeben. Doch es bleiben immer irgendwo Spuren deines Lebens: Gedanken, Bilder, Augenblicke und Gefühle. Sie werden uns immer an Dich erinnern und dadurch werden wir Dich nie vergessen. Und mir bleibt nun nur noch eines: Ich möchte Danke sagen, Danke, dass ich Dich kennenlernen durfte, Danke, dass Du meine Freundin warst und Danke an Gott unseren Herrn, dass er uns Dich geliehen hat. DANKE

Ingrid Schütz 19.03.2005
 


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Aktualisiert am 13.09.2010 / © 2003-2010 Freundeskreis Westallgäu
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