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EIFERSUCHT!
Eifersucht - selbstverständlich?
Wenn nun aber der Mensch von Natur als polygam ist, wenn er zudem heute mehr denn je zur
Untreue neigt, ist es dann nicht klar, dass auch die Eifersucht sich unter den Menschen ausbreiten muss, dass sie immer quälendere Formen annehmen wird?
Ja - es ist wahr: Die Eifersucht breitet sich immer mehr aus und vergiftet immer schrecklicher die Beziehungen der Menschen.
Ich glaube nun nicht - aber ich weiß, dass mir relativ wenige Menschen hier folgen werden-, dass die
Eifersucht eine Folge der Untreue ist. Ich halte sie vielmehr für eine Eigenschaft die hauptsächlich aus dem gestörten Selbstbewusstsein, aus der mangelnden Harmonie heutiger Menschen erwächst.
Und da heutzutage die Männer besonders gestört sind in ihrem Selbstbewusstsein und besonders schwer zu einer Harmonie kommen, so ist es selbstverständlich, dass sie noch eifersüchtiger
geworden sind, als die Männer früherer Zeiten es waren. Also nicht, weil die Frauen mehr zur Untreue neigen als früher, sondern deshalb, weil die Männer unsicherer geworden sind, sind sie eifersüchtiger.
Der größte Unsinn ist es, zu sagen, dass Eifersucht Liebe anzeigt. Denn in Wirklichkeit schließt
Liebe jede Eifersucht aus. Wenn ich einen Menschen liebe, so liebe ich ihn ganz und genauso wie er ist. Ich liebe ihn mit allem, was er erlebt hat, aber auch mit allem, was er erlebt und erleidet. Es ist
unmöglich, auf einen geliebten Menschen eifersüchtig zu sein. Man muss also den Satz umkehren: „Wer eifersüchtig ist, liebt nicht.“
BLINDE EIFERSUCHT
Sicherlich kann jeder aus seinem Lebenskreis ein paar ähnliche Anekdoten über Eifersucht erzählen,
die alle beweisen, dass Eifersucht blind macht, nicht nur blind für die Tatsachen, sondern blind auch für die Eigenart und Eigenheit, für die Person des geliebten Partners.
Es gibt Frauen, die angeben, ihre Männer zu lieben, und die ihnen jede Schurkerei auf erotischem Gebiete zutrauen.
Es gibt Männer, die behaupten, für ihre Frauen durchs Feuer zu gehen, und die ihnen dennoch nicht
das geringste Vertrauen schenken. In der Eifersucht ertrinkt jede Art von Wirklichkeitssinn. Die Gefahren der Welt werden maßlos übertrieben. Die Rolle der Leidenschaft ist überbetont.
SELBSTERZIEHUNG
Eifersucht hat nichts mit den Tatsachen zu tun. Kein so gesittetes Verhalten des Partners, keine
noch so große Ausschließlichkeit hilft gegen die Eifersucht. Das kommt daher, dass Eifersucht eine Eigenschaft ist, die wir haben oder nicht haben. Da sie aber eine Eigenschaft ist, die weder durch
das Verhalten des anderen hervorgerufen noch besänftigt werden kann, ist sie allein eine Angelegenheit der Selbsterziehung.
Sowenig mir jene Narren die Elite der Menschheit zu sein scheinen, die meinen, ihnen müsse nicht
nur jede Frau zufallen, sondern ihnen müsse auch jede Frau treu bleiben, so sehr glaube ich sagen zu können, dass krankhafte Eifersucht auf einer krankhaften Minderung des Selbstbewusstseins
beruht und durchschnittliche Eifersucht auf dem durchschnittlichen Bewusstsein von der eigenen Schwäche und der Stärke aller anderen Menschen.
ANLASS zur EIFERSUCHT
Wenn nun aber der Partner tatsächlich „Anlass zur Eifersucht" gibt? So seltsam es klingt: Das hat
mit dem Problem der Eifersucht nichts mehr zu tun, sondern gehört zum Problem der Untreue. Eifersucht entsteht, einerlei ob Treue oder Untreue vorliegt. Wie man sich zur Untreue stellt, das ist
ein Problem des wirklichen Lebens, und dieses Problem hat jeder von uns, der eine mehr, der andere weniger, in der Wirklichkeit zu durchkämpfen und zu durchleiden. Eifersucht aber ist ein Problem der
Schattenwelt. Sie ist allein im Unwirklichen angesiedelt und ruft eine Geisterschlacht hervor, einen Kampf des Menschen mit sich selbst, einen Kampf zwischen dem Menschen und seinem Schatten.
Weitere Themen über Eifersucht sind:
Gegenmittel einsperren
- Eigenschaft der Unentwickelten
- Selbsterziehung
- Zieht den Betrug an
- Unerzogenheit
- Heilung der Krankheit
- Überwindung
EIFERSUCHT zieht den BETRUG an
Eifersucht zeigt nicht nur mangelndes Selbstbewußtsein an, sondern hindert auch die Entwicklung des Selbstbewußtseins.
Unmöglich kann sich in einem Menschen die magnetische Anziehungskraft und Strahlkraft
entwickeln, die den Menschen zu einem Glückskind, zu einem Liebling der anderen macht, wenn er immer im Panzer der Angst, in der Furcht vor dem Verlust, vor dem Betrug steht, wenn er immer
meint, daß seine Wirkung sofort durch jede andere Wirkung lahmgelegt oder ausgelöscht werden könnte. Wie der Furchtsame die Gefahr anzieht, der Ängstliche das Unglück, so zieht der
Eifersüchtige die Gefahren der Liebe heran und stößt jede sich entwickelnde Liebesregung des Partners zurück.
Männer, die ihre Frauen, Frauen, die ihre Männer mit Eifersucht quälen, obwohl sie keinen Grund
dafür haben, bereiten sorgfältig das Feld vor, auf dem dann Eifersuchtsgründe wachsen und wuchern.
Wenn sich mein Partner dauernd mit der Möglichkeit beschäftigt, dann müssen doch meine
Gedanken allmählich geradezu auf Untreue abgerichtet werden. Abgesehen davon, dass es auch genug treue Männer und Frauen gegeben hat, die schließlich aus Trotz zur Untreue kamen, weil
ihnen der Partner die Treue nicht geglaubt hat.
Uwe Mitglied im Freundeskreis Westallgäu im November 2007 Foto: Photocase.de © designmaniac
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