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Endlich Rentner und was nun?
Lange herbeigesehnt auf einmal war er da der Tag, der letzte in meinem Arbeitsleben.
Ich möchte mein Leben mal aufteilen in Abschnitte: da ist die Säuglings- bzw. Kleinkinderzeit. Danach die Schul- und
Teenagerzeit, dann die Berufs- bzw. Arbeitszeit in der wir anlegten und säten. Dann schließlich die Erntezeit - die Rente-. Ich sehe diese auch als den letzten Abschnitt in meinem Leben.
Was bedeutet das für
mich. Es ist ja soviel mehr als nur der Rentenbetrag in Euro auf dem Konto. Vielmehr bewegten mich Fragen wie: Wie willst Du ihn (diesen letzten Abschnitt) leben oder erleben. Was liegt in meinen Händen es zu
gestalten, dass ich zufrieden bin. Davor aber waren die Fragen wie: kann ich zufrieden sein mit dem wie mein Leben bis hierher verlaufen ist. Alles Fragen die ich nicht von heute auf morgen beantworten kann. Dass
ich zufrieden bin, das kann ich heute nach 2 Jahren mit einem Ja beantworten.
Aber es hat diese Zeit gedauert, dass ich es genießen kann. Ich genieße, dass ich meine Zeit frei einteilen kann, bis jetzt bin
ich keine Rentnerin die ,,nie Zeit hat". Es war zwar eine ganze Zeit etwas schwierig und gewöhnungsbedürftig, weil wir beide vom gleichen Tag an zu Hause waren. Da galt es wieder neue oder besser gesagt andere
Prioritäten zu setzen schließlich waren wir den ganzen Tag zusammen. Wir sind, glaube ich, uns manches mal gehörig auf den Wecker gegangen.
Es war ein Vorteil, dass es mir nicht schwer fällt mich
umzuorientieren. So habe ich mich 2mal in der Woche einer Sportgruppe angeschlossen. Seit Mai d. J. sind wir ja umgezogen aufs Land und auch hier kenne ich schon etliche Frauen durch den Sport. Überhaupt war es ein
Glücksgriff dieser Umzug. Wir wohnen direkt an einem See, sehr ruhig , bis auf ein Kuhglockengeläut oder abends ein Froschkonzert, das aber keinesfalls störend, ist im Gegenteil.
Die ländliche Umgebung bietet
auch, ohne das Auto zu benützen, wunderbare Gelegenheit für ausgedehnte Spaziergänge auf denen so manches klärende Gespräch besser zu führen ist als in den vier Wänden. Natürlich sind wir finanziell nicht mehr so
bestückt wie vorher, auch weil mein Mann frühzeitig in Rente ging, auch das ist dann eine Sache wo wir neue Maßstäbe setzen mussten.
Zuletzt möchte ich noch sagen, dass, wenn es irgendwie finanziell machbar
ist, es sich lohnt, auch wenn es Abzüge gibt. Diese gemeinsame Zeit erlebe ich als die intensivste überhaupt.
Schließen möchte ich mit einem passenden Spruch: Es ist nicht wenig Zeit, was wir haben, sondern
es ist viel, was wir nicht nützen.
Hannelore Mitglied im Freundeskreis Westallgäu im Oktober 2005
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