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Glück und Freude
Wieder mal stand die Frage im Raum: Wer hat ein Thema, es sind noch Monate offen,
ein paar Vorschläge und witzige Bemerkungen gaben die Worte, dann mach Du halt „Glück und Freude“! Klar doch!! Ich kann mich doch über so vieles freuen und bin darüber auch richtig glücklich.
Hab also mit diesem Thema richtig Glück gehabt, mir damit etwas schnelles, einfaches und leichtes gewählt. Oder? Ich lege los, aber schon nach kurzer Zeit sind meine so klaren
Gedanken und Ideen zigfach gespalten. Wie ist das mit der Freude, was ist Glück und welche Gefühle verbinden sich damit. Es wird schwierig, allgemein passende Worte zu finden, denn maßgebend für Glück und
Freude sind für jeden Menschen die eigenen Empfindungen, die Fantasie kann dabei grenzenlos sein. Wenn der eine mit dem Begriff Glück „Wohlstand oder Gesundheit“ verbindet, denkt sein Nachbar vielleicht an
seinen Garten, der nächste an ein gewonnenes Fußballspiel oder eine Liebesnacht. Glücksvorstellungen können sich aber auch im Laufe der Zeit ändern.
Für kleine Kinder kann schon eine Wasserpfütze zum Glücklichsein ausreichen. Jugendliche brauchen Anerkennung und die materiellen Ziele rücken nach vorne. Mit dem Erwachsen werden, möchten wir uns dann eine
wirtschaftliche und partnerschaftliche Existenz aufbauen und genießen es, das Leben in die eigene Hand nehmen zu können. Die erste Lebenshälfte sollte aufregend, abwechslungs- und erlebnisreich sein,
vor allem die Glückserlebnisse, die Freuden des Augenblicks zählen dann. Wenn wir uns im Laufe der Zeit ausgetobt haben, im Beruf vorangekommen sind und zu Hause vielleicht die Familie wartet, dann werden die
ideellen Werte, wie das Zusammensein mit Kindern und Enkeln für unser Glücksgefühl immer wichtiger. Jetzt erfreuen wir uns noch an den schönen Momenten des Lebens, an einem leckeren Essen vielleicht, oder am
Spaziergang im Wald. Doch wir schauen immer öfter auf unser Leben zurück. Ist die Bilanz positiv, genießen wir das Glück und das Gefühl der Freude, etwas geschafft zu haben.
Wenn ich einen kleinen
Rückblick in mein Leben mache, möchte ich sagen, entdecke ich einen ähnlichen Ablauf. Als Kind war ich mit Sicherheit, „wir hatten ja nicht viel“ auch mit kleinen Dingen glücklich. Von mir selbst nicht ganz
überzeugt, ist nach Schule, Lehre und einem guten Job, der mir auch Freude machte, den materiellen und wirtschaftlichen Zielen nichts mehr im Wege gestanden. Hobby, Auto, Motorrad und Freunde! Eigentlich war
ich glücklich, zwar etwas schüchtern und gehemmt, aber genau da entdeckte ich meinen persönlichen Glücksbringer, den Alkohol, der mich etwa 20 Jahre treu begleitete. „alle Suchtmittel machen ja glücklich“ Als
ich im dann so richtig hörig war schlug er ins Gegenteil über! Unglücklich hat er mich gemacht, die Partnerschaft zerstört, den geliebten Führerschein und Freundschaften genommen!!! Mit viel Hilfe der
neuen Freunde in diesem Kreis habe ich einen harten Kampf gegen das vermeintliche Glück gewagt und ein zufriedenes Leben mit seinen kleinen und größeren beglückenden Momenten gewonnen.
von Heinz
Mitglied im Freundeskreis Westallgäu im Februar 2006
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