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Nein danke, für mich kein Alkohol

"Nein danke, für mich kein Alkohol"

Letztes Jahr, am 22. November habe ich's zum mir selbst gesagt. Am darauffolgenden Freitag war ich zum ersten Mal bei der Gruppe. Und schon bald habe ich mir für das Thema gemeldet.

Erstens, weil's mich natürlich sehr beschäftigt hat, wie meine Umgebung damit umgeht und dann war ich natürlich auch auf meine eigenen Reaktionen gespannt.

Schon kurz darauf kommt die erste Gelegenheit: Weihnachtsessen beim Griechen. Zur Begrüßung die obligatorische Runde Uso.
"Danke, für mich nicht." Patsch, schon steht er da. Ich schieb' ihn weiter. Großes Hallo und Prost, Prost um mich herum. Zum Essen gibt's Lammkeule für alle … und alle Getränke frei. Retsina ist durchwegs angesagt.
"Für mich eine Apfelschorle" sage ich bestimmt.
"Ah, machst du Adventspause?" fragt mein Gegenüber.
"Nein, ich will ganz aufhören".
"Find ich echt gut", meint er, und gleich drauf zu seiner Freundin:
"Wir nehmen doch den Roten, oder…?
Der Abend zieht sich, das Essen ist ausgezeichnet und üppig, der Getränkeverbrauch auch. Ich bleib' beim der Apfelschorle, zwischendurch mal ein Espresso. Man wechselt die Plätze. Irgendwann fällt meine Enthaltsamkeit immer auf. Kurze Frage, knappe Antwort, meist Anerkennung. Später fragt dann keiner mehr. Lange hat's gedauert. Schön war's …und stolz war ich auf mich.

Zwei Wochen später Konzert im Kik. Wieder Apfelschorle. Ramona will das Rauchen aufhören. Jeder hat da so seine Tipps.
"Du musst nur wirklich wollen, dann ist's ganz einfach. Ich hab's auch gepackt" sage ich so dahin.
"So einfach auch wieder nicht, da muss man schon stark sein…" sagt ihre Freundin
"finde ich übrigens auch stark, das jetzt von dir" sagt sie noch. Sie war auch mit beim Weihnachtsessen.

Kurz drauf bringt ein Kunde eine Kiste Meckatzer zum Fest, zum 1. Mal seit 15 Jahren. Ich schenk’s mit Erklärung weiter an einen anderen guten Kunden.
"Prima, dass du das machst", meint er. "So ganz aufhören, das könnt' ich nicht.“

Dann Weihnachten. Mein Großer ist zum Fest auch da. Er trinkt wenig Alkohol, wenn er fahren muss konsequent gar nichts.
"Ich trinke auch schon 2 Monate gar keinen Alkohol" sage ich stolz.
"Ah, warst beim Arzt" fragt er?
"Ja auch, aber freiwillig, und gesundheitlich bin ich o.k."
"Find ich prima, Papa" meint er drauf und dann wenden wir uns den anderen wichtigen Dingen zu, die wir uns zu sagen haben.

In der Zeit darauf bis heute habe ich immer wieder festgestellt, dass ich anscheinend einen Bekanntenkreis habe, der mein "Nein" respektiert, … oder andere denen es eigentlich egal ist ob ich Alkohol trinke oder nicht.

Ausnahmen gibt’s natürlich immer. Vor kurzem erst habe ich bei einem Skiausflug den Fahrer gemacht. Da ging’s richtig rund, mit allem was so dazugehört … mit Zugaben. Ich bin trotz aller Anfechtungen standhaft geblieben, in allen Bereichen. Am nächsten Tag war ich etwas müde, aber sonst topfit und auch etwas stolz drauf.

Ich weiß natürlich, auch hier aus der Gruppe, dass jeder Tag ein neuer Tag ist, mit neuen Anfechtungen. Aber gerade die Erfahrungen in der Gruppe bestärken mich, dass ich immer leichter sagen kann:

„Nein danke, für mich keinen Alkohol“!

Georg
im April 2004

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Aktualisiert am 13.03.2009 / © 2003-2009 Freundeskreis Westallgäu
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