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Wenn das eigene Kind Alkohol trinkt ...
Unser Sohn ist inzwischen 20 Jahre alt und ein Sohn wie man es sich vorstellt, und doch ist er ein Nachkömmling von einem
alkoholkranken Elternteil, dieser es geschafft hat seit 12 Jahren keinen Tropfen Alkohol zu sich zu nehmen.
Er war gerade mal 8 oder schon 8 Jahre als sich unsere Familiensituation zum besseren wandelte. So blieben
uns als Eltern noch mal 8 Jahre um Ihm, ein positives Leben ohne Alkohol vorzuleben. Er selbst war immer schon ein Aufgeschlossener, zuverlässiger, zielstrebiger Junge mit sehr viel Humor und Blödsinn im Kopf. Doch
alles was mit irgendwelchen lautstarken Konfliktsituationen und Handgreiflichkeiten zu tun hatte ging er aus dem Weg, auch im Fernsehen vermied er alles was irgendwie mit Gewalt zu tun hatte. Damals dachte
ich immer das ist sein Charakter, doch heute meine ich, er hatte schon als Kleinkind die Schnauze voll von den streiterein seiner Eltern. Was er heute noch mit verlassen des Raumes deutlich macht, und
damit zeigt das dieses Gefühl heute noch aktuell ist.
Er war erst 8 Jahre und somit noch ein Kind, im nachhinein waren es 8 Jahre zuviel in der vom Alkohol bestimmten
Familienleben.
Doch wie gehe ich als alkoholgeimpfte Mutter damit um, wenn unser Sohn Alkohol konsumiert. Denn ersten Kontakt
mit Alkohol hatte unser Sohn nach meinem Wissen mit ca. 14 Jahren mit seiner Clique. Ich war geschockt und vor Sorgen nicht mehr imstande einen klaren und Vernünftigen Gedanken zu fassen. Mein Mann war bei der
Arbeit und so wieder auf mich allein gestellt. Am nächsten Morgen ließ ich mir alles ausführlich Erzählen wie es dazu kam, dabei vertraute Ihm ganz und gar, was aber eine ausführliche Diskussion über Alkoholkonsum
und Gefahren nicht hinderte. Seine größte Sorge war das er mir damit die gleichen Sorgen machte wie der Papa es getan hat und das wollte er absolut nicht. Die Freundschaft löste sich ziemlich bald auf und so
konnten wir wieder 2 Jahre Sorgenfrei leben. Mit 16 wurde wie bei allen Jugendlichen in dem alter der Drang nach Partys usw. immer größer, und da er kein Kind von Traurigkeit ist, wurde mal mehr mal weniger dem
Alkohol zugesprochen.. Wenn ich bemerkte er hat heute Nacht wieder einmal über die Stränge geschlagen, so wurde das Angstgefühl er könnte die Kontrolle über sich verlieren um einiges größer. Mit meinem Partner
darüber Diskutieren hat wenig Sinn, er kommt dann mit den Argumenten wie:
- Hast Du früher keine Partys bis zum Anschlag mit Alkohol gefeiert --- Doch klar war nicht wegzudenken,
möchte auch keine im nachhinein vermissen.
- Nur weil ich abhängig war muss er es noch lange nicht werden---Abhängigkeit ist doch auch gentechnisch
vererbbar
- Der Passt schon auf sich auf das er nicht zu weit geht------ sind Grenzen im Übergang zur
Abhängigkeit überhaupt spürbar?
- Er ist noch jung und muss seine eigenen Erfahrungen sammeln-----stimmt.
Mein Mann kann mit dem Problem einfach besser umgehen und los lassen. Ich meine es müsste doch möglich sein mit
unserem Vorleben und Erfahrungen ihn ein stück weit davon abhalten zu können. Manchmal wünsche ich mir nicht so viel Wissen über dies Thema zu haben, um Ihm nicht meinen Ängsten im weg zu stehen oder sogar
dahin zu bringen wo ich ihn überhaupt nicht haben will. Bei jeder Angelegenheit die Diskussionsstoff über den Umgang mit Alkohol ergibt werden meist ergriffen. Sind Sie direkt auf Ihn bezogen nerv ich ihn ganz
schnell, doch geht es um das Gesellschaftsproblem kann man sehr gute Gespräche führen..
Trotzdem kam was kommen musste nach 14 Tage Führerschein war die Freude am Fahren wieder für 1 Jahr ausgebremst.
Eine Welt brach in mir zusammen . Das Loch in dem ich mich befand war tief, meine Gedanken drehten sich im Kreis: Unser Sohn auf dem weg in die Abhängigkeit – NEIN – Scheiß Alkohol- hab die Schnauze
voll – nicht wieder auf meinem Rücken – wie kann ich ihm helfen das er nicht weiter rein rutscht und so leiden muss– gibt es in unserer Familie auch mal ein anderes Thema wie Alkohol?
Die Co-Abhängigkeit hatte mich wieder voll im Griff, doch war es ein ganz Stück anders als bei meinen Mann, ich
fühlte mich noch abhängiger, hoffnungsloser, gefangener. Ich als Mutter bin doch verantwortlich das mein Kind nicht auf die schiefe Bahn gerät. Ein Gefühl wie ich jetzt merke das von der nassen Zeit meines
Mannes stammt, da die Erziehung alleine meine Aufgabe war.
Die Kommentare von meinem Partner lauteten wenn ich Ihn auf meine Sorgen ansprach nur:
- Selber schuld er wusste es das man mit Alkohol nicht fahren darf
- Er soll selber schauen wie er da raus kommt , du darfst und kannst ihm nicht helfen
- Du siehst doch das seine Wut und Sorgen groß genug sind
Und somit war das Thema beendet für Ihn.
Der ganze Vertrauensaufbau zu ihm zieht sich bis heute hin. Als er den Führerschein wieder bekam musste ich
ganz allein in dem wider gewachsen vertrauen nochmals ein Stück zurück gehen. Die Angst in mir, mit Alkohol, Führerschein, und deren Gefahren geht wieder von vorne los. Nach einem ¾ Jahr
Führerscheibesitz geht es mit ganz gut, ist aber immer noch in meiner oberen Gefühlsschublade verstaut.
Eigentlich muss ich mir gar keine so große Sorgen machen über den Alkoholkonsum, da er ein ganz
normaler Jungendlicher ist der gerne auf Partys geht, und wie alle anderen mal mehr mal weniger Alkohol zu sich nimmt.
Ich muss lernen sein Leben und deren dazugehörige Verantwortung abzugeben, da ich seinen Weg nicht in der Hand
habe. Kommt es mal vor das ich wie er auf dem gleichen Fest befinden, und sehe er hat schon etwas zuviel getrunken, so kann ich erstaunlicher weise gelassen damit umgehen.
Im Kopf weiß ich was ich machen sollte, doch mein Mutterherz ist noch nicht ganz soweit.
Wir wüschen unserem Sohn eine Zukunft wie er sie zur Zeit plant, mit einem kontrolliertem Alkoholkonsum.
Ein Mitglied des Freundeskreises Westallgäu im November 2004
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